‚Aufrichtend Kreieren‘
Im Rahmen des Inclutrain Projekts haben wir den Handlungsimpuls unseres Hofes gesucht. Ich habe eine Hofführung gemacht und im Anschluss haben wir gesammelt, was die anderen als Bewegung erfahren haben. Es kamen unterschiedliche Verben und doch waren sie in ihrer Bewegung, in ihrem Impuls vereint: ‚konstruierend Eröffnen‘, ‚beruhigend Pflegen‘, ‚strukturierend Wärmen/Beruhigen‘, ‚schützend Erhalten‘, ‚umhüllend Pflegen‘, ‚erhöhend Aufnehmen/Empfangen‘, ‚aufrichtend Kreieren‘. Ich entschied mich mit dem Handlungsimpuls ‚aufrichtend Kreieren‘ weiterzuarbeiten und wählten aus den verschiedenen Bildern das Berufsbild der Priesterin.
Es war wie ein kleines Geschenk den Impuls unserer Organisation in den Beschreibungen wiederzufinden.
Die Beschreibungen
Elisabeth: Ich habe wie eine Dichotomie zwischen Innen- und Außenraum wahrgenommen. Der Innenraum ist behütend, aufbewahrend, erhaltend. Er schützt die Menschen. Der Außenraum ist hingegen erhöhend, aufnehmend. Er ist wie ein Kelch für das Höhere geöffnet. Ich habe das Gefühl, die Impulse gehen etwas gegeneinander. Das eine ist konservierend, während das andere freimachend ist. Vielleicht ergänzen sie sich aber auch. Ein Beispiel dafür ist für mich die Schmutzschleuse bei den Garderoben. Die wird so gut erhalten, dass es gar nicht schmutzig ist.
Rainer: Alles hier ist sehr klar, strukturiert und ordentlich. Diese Klarheit gibt Sicherheit. Die Menschen und Tiere, die warmen Farben, das wirkt beruhigend auf mich.
Albert: Ich habe wahrgenommen, dass alles aufgeräumt und auf seinem Platz ist. Für mich kommt darin etwas Konstruierendes zum Vorschein.
Klaus: Ja, mir kam das Berufsbild des Kurators in den Sinn. Die ganze Einrichtung ist wie von einem Kurator gepflegt und für die Klient:innen bereitgestellt.
Kristin: Für mich wird hier Raum geschaffen, um in Erscheinung zu treten und sich zu entfalten.
Wie nimmt man den Handlungsimpuls an? Wie verstärkt man die Qualität?
- Die Vision sichtbar machen, worin die Grundstruktur erscheint und wie man sich darin bewegen kann.
- (Frei-)Raum geben, um sich dem Ideal zu nähern
- etwas an den Anfang stellen (aufrichten), etwas kreieren
- Nach Draußen gehen, um das, was da ist empfangen zu können
- Aufrichten als Ich-Werden, Öffnung zum Geistigen
- Das Singen als aufrichtendes Element
- Die Birke als Metapher des aufrichtend Kreierens: Das durchlichtend Aufrichtende, die Birke verwandelt Licht, bleibt bewegt
- Sich gegenseitig klar machen: Was ist unsere Vision/Ideal? Wo wollen wir hin? (Moment des Aufrichtens) Und dann sich die Frage stellen, „Wie kann man kreativ darauf hinarbeiten?“. Am Ende des Tages darauf schauen, was Unerwartetes/Kreatives entstanden ist.
- Für den neuen Hofladen fehlt noch die Vision. Oder die Vision ist zu abstrakt, zu allgemein. Hier könnte man an dem aufrichtend Kreieren noch konkreter anschließen
- Die Gefahr des Aufrichtens ist die Starre. Aber in Kombination mit dem Kreieren bleibt eine kreative Offenheit bestehen
- Visionäre Bildgestaltung (wo man Bilder entstehen lassen kann)
- Man schließt nicht an, wenn starre Vorgaben, dem Handlungsimpuls entgegenstehen.
- Derzeitigen Aufgabe: Das Lösen des Alten und das Kreieren des Neuen.
Im Annehmen des Handlungsimpulses wird dieser noch deutlicher.