Personzentrierte Bildung
Inklusive Ausbildung ist möglich, wenn keine prinzipielle Einteilung in Gruppen erfolgt. Denn jede Einteilung in Gruppen ist nach Gruppenmerkmalen definiert und birgt somit das Risiko der Ausgrenzung. Problematisch ist, dass herkömmliche berufliche Qualifikationsprofile auf Gruppeneinteilungen basieren. Die Folge ist, dass viele Menschen mit Unterstützungsbedarf von der Berufsbildung ausgeschlossen werden. Berufliche Bildung inklusiv zu gestalten ist somit eine besondere Herausforderung.
Der Idee der Inklusion kann man in der beruflichen Bildung nur mit einem individuellen, personzentrierten Ansatz gerecht werden. Der Ausgangspunkt der Inclutrain Methode ist somit auch nicht ein bestimmter Beruf, sondern der individuelle Mensch mit all seinen Fähigkeiten und Einschränkungen. Es geht darum die Qualitäten eines Menschen zu erkennen und so zu fördern, dass er diese positiv in die Welt bringen kann. Der zentrale Anknüpfungspunkt hierfür ist der individuelle Handlungsimpuls. Zu welchem Beruf dies schließlich führt, ist eine Entdeckungsreise. Es können auch individuelle Berufsbilder neu entwickelt werden.
Von der Vielfalt zur Inklusion
Ausgehend von der Idee der Vielfalt kann man Quoten festlegen: Ein Unternehmen muss zum Beispiel ab einer bestimmten Unternehmensgröße Menschen mit Unterstützungsbedarf beschäftigen. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Personen in das Unternehmen integriert sind. Dies geschieht nur, wenn sie in ihrer individuellen Qualität gesehen werden und etwas aus ihrer Qualität zum Ganzen beitragen können. Erst dann kann man von Inklusion sprechen. Das Streben nach Inklusion geht also einen Schritt weiter als das Streben nach Vielfalt.
Ziel ist es, nicht nur Menschen mit Unterstützungsbedarf, sondern alle Mitarbeiter:innen eines Unternehmens in ihrer Qualität und damit Individualität zu sehen.