Martas Handlungsimpuls ist: ‚veräußernd Zielen‘.
Als Berufssituation kam: Studentin.
Die Studentin muss die Sache studieren,
in sich aufnehmen
und zur Prüfung nach außen bringen.
Als Vorschlag einer Situation,
in der man an ihrem Marta anschließen könnte, kam:
Marta in ihrer Fähigkeit Gespräche zu führen zu unterstützen.
Der Gesprächsrahmen
Einige Zeit später bat Marta mich um ein Gespräch.
Es gab Probleme in ihrer Arbeit.
Mir wurde klar,
dass jetzt so eine Situation war:
Ich konnte jetzt mit ihr üben
ein Gespräch zu gestalten und zu führen.
Ich nahm mir einiges vor:
1. Das Gespräch muss eine bestimmte Dauer haben,
z.B. eine halbe Stunde.
Das habe ich im Voraus
und zu Beginn des Gesprächs klargestellt.
2. Ich wollte jemanden vom Loidholdhof
bei dem Gespräch dabeihaben,
wegen der Problematik, welche sie einbringen wollte.
Es wäre nicht gut,
wenn nur ich mit ihr
über ihre Probleme spreche.
Dann könnte es eskalieren.
Ich habe mit Marta überlegt, wen wir dazuholen könnten.
Zwei meiner Vorschläge hat sie abgelehnt,
zwei anderen zugestimmt.
Andrea hatte Zeit.
Das Gespräch
1. Das Gespräch habe ich, inspiriert von Martas Handlungsimpuls,
mit der Frage nach dem Ziel von uns allen angefangen.
Nicht um sich auf ein Ziel zu einigen,
sondern um am Schluss des Gesprächs
bei jedem Einzelnen nachfragen zu können,
inwieweit man sein Ziel erreicht hat,
oder,
ob etwas am Ziel sich geändert hat.
Am Schluss sind wir dem auch nachgegangen.
2. Zu Beginn des Gesprächs habe ich Marta eingeladen
in einer Minute, vielleicht mehr, aber maximal 5,
ihre Situation darzustellen.
Andere konnten dann auch noch etwas einbringen.
3. Im Gespräch selbst habe ich sie darin unterstützt
ihre Frage zu konkretisieren.
Sie schilderte zuerst
eine ihre ganze Arbeit übergreifende Problematik.
Dann ging es über in eine konkrete Situation
von einer Stunde am frühen Morgen usw.
Es wurde eine Alternative auserarbeitet,
wie sie in dieser Situation anders vorgehen könnte,
aber vor allem in ihrer Darstellung dieses Problems.
Wirklich gelöst wurde das Problem in dem Moment nicht.
4. Am Ende des Gesprächs habe ich gefragt,
ob sie ihr Gesprächsziel erreicht hat.
Marta bestätigte das.
Ich habe auch Andrea und mich selbst gefragt.
Am Ende des Gesprächs kam Bettina zur Tür herein,
weil ich mit dem Bus zum Hotel mitfahren sollte.
Sie sagte: „Wir brauchen Albert.“
Sie war inspiriert von Marta,
die am gleichen Tag mich immer wieder gesucht hat,
mit den Worten: „Ich brauche Albert“.
Nachdem wir allen drei Zielen nachgegangen waren,
sagte ich intuitiv zu Marta: „Bin ich jetzt entlassen?“
Marta bestätigte.
„Ist Andrea auch entlassen?“
„Ja.“
Zwei Tage später, beim Abschied,
hat Marta gestrahlt
und sich nochmals für das Gespräch bedankt.
Das machte für mich noch klarer,
dass es nicht nur um den Inhalt des Gesprächs ging,
sondern vor allem um die Art,
wie das Gespräch geführt wurde.
Reflektion
Im Nachhinein war ich froh,
dass ich Andrea dazu gebeten habe.
Sie hat mir dabei geholfen Marta zu verstehen.
Aufgrund von Martas Dialekt
und ihrer Geschwindigkeit beim Sprechen,
ist es für mich oft schwierig ihr zu folgen.
Ich konnte Andrea immer wieder bitten zu übersetzen.
Das hatte die unvorhergesehene Wirkung,
dass auch Marta hören konnte, was sie selbst gesagt hatte.
Indem wiederholt wurde, was sie sagte, wurde sie verstanden.
Auch wenn, oder gerade weil, die Wiederholung an mich gerichtet war.
Ihre Problematik wurde so veräußert.
Sie konnte selbst zuhören,
während ihre Problemlage von jemand anderen erzählt wurden.
Mein eigentlicher Grund Andrea dazu zu bitten,
hatte keine Bedeutung.
Im Rückblick erkenne ich,
dass ich Marta,
durch das Fragen, ob ich entlassen bin,
wie in anderen Momenten auch,
das Zepter des Gesprächs in die Hand gegeben habe.
Damit wurde die Aufgabe der Gesprächsleitung konkretisiert, und somit auch veräußert.
Keiner hatte das Gefühl,
dass das Gespräch wegen Zeitmangel abgebrochen wurde.
Mein Angebot, dass wir das Gespräch
am nächsten oder übernächsten Tag fortführen könnten,
wurde nicht aufgegriffen.
In diesem Gespräch habe ich immer wieder
in Martas Handlungsimpuls mitgemacht.
Ihr Handlungsimpuls war somit als
als Gegebenheit im Raum präsent.