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Projektergebnisse

„Es ist ein Prozess, den wir erleben dürfen. Inklusion wirkt von der Ferne extrem kompliziert. Es ist aber etwas Natürliches, das von selbst geschieht, wenn man es zulässt. Es muss dann nicht erzwungen oder erarbeitet werden.“

Hartwig Ehlers, TA Urtica, 12.03.2019

Ein Perspektivwechsel ist nötig!

Vom WAS zum WIE - Anschließen am Handlungsimpuls der Person

Das Ausarbeiten und Erlebbarmachen der  Methodik gestaltet sich als ein anspruchsvoller Prozess, den die Projektpartner selbst durchleben. Von gewohnten Strukturen abzulassen und bewusst Freiraum für Entwicklung zu eröffnen entpuppt sich als eine herausfordernde, ungewohnte Vorgehensweise mit überraschenden Ergebnissen.

Die zentrale Frage ist, WIE agiere ich? WIE komme ich am liebsten zu einem Resultat? Welcher Handlungsimpuls leitet mich? Und wie kann dem Raum gegeben werden?

Ein Hinschauen, auf das, was sich entwickeln möchte. Und die Frage, wie ich es verknüpfen kann, mit dem, was das (gegebene, aber veränderbare) Umfeld bietet.

Gelingt dies, werden Fähigkeiten sichtbar. (Aus-)bildung findet statt.

 

Wir laden Sie ein, die Vision der vollständigen Teilhabe aller Menschen und auch die Grundhaltung dies unterstützen zu wollen, als gegeben anzunehmen und gemeinsam mit uns die praktische Umsetzung zu erproben.

Um dies zu ermöglichen konnten wir im Rahmen des Projekts ein Konzept entwickeln und erproben, welches methodische Techniken an die Hand gibt, diesen Prozess mit Freude zu beginnen. 

Schriftliche Ausarbeitungen des Konzepts stehen hier zum Download bereit:

Gruppe von MItarbeitern bei der Kaffeepause des Seminars
Mitarbeiter bei der wohlverdienten Pause während eines INCLUTRAIN Seminars

Weitere inspirierende Ergebnisse und Handreichungen, die im Projekt entstanden sind, möchten wir gerne mit Ihnen teilen:

Individuelle Portfolios

Dieses Portfolio ist das Ergebnis eines spontanen Versuchs, die Qualitäten einer Person auf objektive Weise in den Mittelpunkt eines Berichts zu stellen. – Wie wirkt es?

 

Das zweite Portfolio entstand im Rahmen eines Workshops zum erfahrenden Lernen auf dem Loidholdhof. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe ein Portfolio einer Person zu schreiben, die sie besser verstehen möchten. Erstaunlich, was in sehr kurzer Zeit entstand.

„Es hat sich angenehm angefühlt“

„Als ich das hier geschrieben habe, ist es mir aus der Hand gelaufen. Ich hab nicht einmal nachgedacht, das ist mir noch nie [beim Bericht schreiben] passiert“

Peter Biermann,  Mai 2019

„Ich bin wie verzaubert- man merkt, dass man so Sachen spüren kann. Dieses in die Schuhe schlüpfen. Ich hab erst gar nicht geglaubt, dass ich das kann“

Lisa, Mitarbeiterin Loidholdhof, Mai 2019

„Annehmen, was das ist und nicht verkrampft zu fragen: wie geht das denn? Was soll ich da? Die Freude in den anderen zu schlüpfen und das einfach zu spüren.“

Elisabeth, Mitarbeiterin Loidholdhof bei einem Seminar im Mai 2019

Dieses Protokoll, ist das Ergebnis eines Workshops, der auf dem INCLUTRAIN Multiplier Event im Oktober in Berlin stattgefunden hat. Es diskutiert die persönlichen Erfahrungen und Aspekte, die bei der Arbeit mit einem Portfolio hilfreich sind und Möglichkeiten eröffnen.

Im Verlauf der Projektarbeit dürfen wir auf den Hofgemeinschaften immer wieder erleben, wie selbstbewusste Menschen ihre Arbeitsbereiche vorstellen. Dabei kommt kein Zweifel and der Professionalität auf. Es wird eigenverantwortlich und mit Freude gearbeitet und unterstützt wird nur dort, wo es nötig ist.

Ziel ist es nun, das, was dort gelingt auch nach außen zu tragen.

Zwiebeln putzen

Teambesprechung ab jetzt anders!

Angeregt und motiviert von den Erfolgen in der Zusammenarbeit mit den Menschen auf dem Hof beschloss der Loidholdhof das Konzept konsequent auch in den Teamsitzungen umzusetzen.

Der Effekt war großartig!

Es herrschte Unruhe und einige Mitarbeiter waren in Eile. Da haben wir geschaut, was ist in der Küche noch zu tun ist. Wir haben dann mit den Helferinnen Kartoffeln geschält und es war toll. Es entstand ein Gemeinschaftsgefühl und alle notwendigen Themen wurden besprochen.

Während eines Workshops am Multiplier Event in Berlin wurden Elemente zusammengetragen, welche in einem Handbuch für Ausbilder nicht fehlen dürfen. Die Ausarbeitung der Projektergebnisse orientiert sich daran.

Bis Projektende werden weitere Ergebnisse veröffentlicht werden.

Darunter finden sich dann:

  • Weitere inspirierende Beispiele
  • Techniken und praktische Handreichungen, wie man sich die Methodik zu eigen machen kann
  • Beschreibungen wie Lehr- und Lernmitteln aus der unmittelbaren Beziehung heraus gestaltet werden können
  • Möglichkeiten um Lernräume zu entdecken und zu gestalten
  • Zusammengetragen in einem Handbuch für Ausbilder*innen und Lernbegleiter

Ziele und Wirkung des Projekts

Ziel des INCLUTRAIN Projekts ist der Aufbau eines Berufsausbildungsrahmenkonzepts, das den individuellen Fähig- und Fertigkeiten von Menschen mit behinderungsbedingtem Unterstützungsbedarf entspricht.

Es ist Ausgangpunkt für einen Paradigmenwechsel im Bereich der beruflichen Bildung.

 

Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie über das Anknüpfen an individuelle Handlungsimpulse der Auszubildenden eine persönliche Berufsbiografie entstehen kann.

In gemeinsamer Arbeit entwickeln Auszubildende und Ausbilder*innen Ausbildungsinhalte und Lernziele gemeinsam. Anders als bei vorgegebenen Ausbildungsplänen, können so ganz neue Berufsbilder entstehen.

Das Ausbildungsrahmenkonzept umfasst die Entwicklung von Lehrmethoden, Lern- und Lehrmitteln, Lernräumen und einem Anwender Handbuch für Ausbilder*innen. Das Modellkonzept wird im  landwirtschaftlichen Kontext praktisch erprobt.